Folge 58 - Museums-Momente
Show notes
Museumstage – warum wir Erfolge würdigen müssen, bevor wir weitergehen Letztes Wochenende war für mich ein besonderer Abschluss. Meine Diplomprüfung zum Dipl. Coach, die Feier danach, meine Familie im Raum – und dieses Gefühl: Jetzt darf ich kurz stehen bleiben. In dieser Folge nehme ich dich mit in genau diesen Moment. Nicht, um einen Erfolg zu feiern, sondern um über etwas zu sprechen, das wir viel zu oft übergehen: das Innehalten am Ende eines Weges.
Gerade wir, die viel Verantwortung tragen, sind schnell im Nächsten. Neues Ziel. Nächster Schritt. Weiter. Und genau dabei verlieren wir oft das Gefühl für das, was wir eigentlich schon geschafft haben. Ich spreche in dieser Folge über sogenannte Museumstage – inspiriert von John Strelecky. Momente, die es wert sind, innerlich ausgestellt zu werden. Nicht, weil sie spektakulär sind, sondern weil sie Bedeutung haben.
Darum geht’s in dieser Folge:
- warum Abschlüsse und Zielerreichungen oft schneller vorbeiziehen, als sie sollten
- weshalb Würdigung kein Luxus ist, sondern Integration
- warum sich Erfolge manchmal leer anfühlen, obwohl objektiv alles erreicht ist
- was Museumstage sind – und warum sie gerade in schnellen Zeiten wichtig sind
- weshalb Nachfolgerinnen besonders selten innehalten
- wie du einen Museumstag für dich bewusst wahrnehmen kannst
Die Museumstage-Reflexion Wenn du magst, lade ich dich zu drei ruhigen Schritten ein:
1. Anschauen Was ist passiert? Wer war da? Was hast du wahrgenommen – ganz sachlich.
2. Nachspüren Was macht dieser Moment mit dir? Was fühlst du, wenn du daran denkst?
3. Einordnen Welche Bedeutung möchtest du diesem Moment geben?
Am Ende kannst du diesem Museumstag sogar einen Namen geben. Nicht, um ihn größer zu machen – sondern um ihn erinnerbar zu halten.
Ein Gedanke zum Mitnehmen Vielleicht ist Erfolg nicht immer das nächste Ziel. Sondern der Moment, in dem du stehen bleibst und sagst: Das war wichtig. Das darf bleiben.
Der Podcast „Die Nachfolgerin“ Hier spreche ich über Unternehmensnachfolge, Führung und persönliche Entwicklung – mit Fokus auf Frauen in Familienunternehmen und all die leisen Themen, über die sonst selten gesprochen wird. Wenn dich diese Folge berührt hat, freue ich mich, wenn du sie weiterempfiehlst oder mir deine Gedanken dazu schreibst.
Ihr findet mich auch auf: Die Seite zum Podcast: www.dienachfolgerin.at
Mein aktuelles Buch www.susannehartinger.at/rauhnaechte
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Bei Fragen rund um meinen Podcast schickt mir doch einfach eine E-Mail an susanne@hartinger.at
Produziert von DAS POD (https://daspod.at/)).
Show transcript
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen bei die Nachfolgerin, dem persönlichen Podcast für die Unternehmensnachfolge.
00:00:15: Mein Name ist Susanne Hartinger, ich bin selber eine erfolgreiche Nachfolgerin, Unternehmerin, Coach und Mentorin für Frauen als Familienunternehmern und Unternehmerfamilien und Mama von zwei großartigen Kindern.
00:00:28: In meinem Podcast geht es um all die Themen, die uns als Nachfolgerinnen und Unternehmerinnen bewegen, persönlich, familiär und unternehmerisch.
00:00:36: Und heute reden wir mal über was, was gerade in der Nachfolge oft auf der Strecke bleibt, nämlich die Integration von Meilensteinen.
00:00:44: Wir alle kennen das glaube ich.
00:00:46: Du setzt das so ein Ziel, groß oder klein und dann machst du auf den Weg dorthin, der ist oft mühsam, steil, vielleicht sogar steinig und dann kommst du bei dem Zielpunkt an.
00:00:58: Das merkst du, weil da eine Flagge steht.
00:01:02: Bildlich gesprochen.
00:01:03: Also etwas, was dir zeigt, dass du jetzt den Meilenstein erreicht hast.
00:01:07: Manchmal ist das so wie ein Kilometertafel unterwegs, die halt einfach sagt, wie weit du schon gegangen bist.
00:01:13: Manchmal ist es ein Hütter, wo du ausrasten kannst.
00:01:16: Manchmal auch der Gipfel.
00:01:18: Aber es ist eigentlich egal, was es ist.
00:01:22: Ob es ein großer oder ein kleiner Meilenstein ist.
00:01:25: Wir haben den meisten noch nicht einmal gescheit erreicht.
00:01:29: Schauen wir schon, wo es weitergeht.
00:01:32: also Blickrichtung in die Zukunft.
00:01:34: Was kommt denn als nächstes?
00:01:36: Und wir nehmen uns nette Zeit, einfach einmal zu bewundern, wo wir da jetzt gerade ankommen sind.
00:01:43: Zu würdigen, was es für ein Weg gebraucht hat, was es auf dem Weg gebraucht hat.
00:01:50: Zu fühlen, was das jetzt bedeutet.
00:01:53: Weil unser Blick halt immer nach vorne gerichtet ist.
00:01:55: Und es ist auch gut so.
00:01:56: Grad als Unternehmerin, wenn du Großes erreichen willst, dann muss der Blick nach vorne gerichtet sein.
00:02:02: In die Zukunft.
00:02:03: Auf das nächste Ziel.
00:02:04: Auf den nächsten Meilenstein.
00:02:06: Und trotzdem ist dieser Moment so wichtig.
00:02:10: Dieser Moment der Büdigung.
00:02:12: Der Moment, wo du den Erfolg anerkennst.
00:02:17: So richtig integrierst.
00:02:19: Gerade in der Zeit, in der wir leben.
00:02:21: Jetzt warst du selber.
00:02:23: Es wird alles ständig schneller und schneller.
00:02:26: Wir haben das Gefühl, ich habe das Gefühl, die Ereignisse fliegen irgendwie rechts und links an mir vorbei, wie wenn ich in einem Zug sitze, der fühlt so schnell vor.
00:02:35: Dass ich gar nicht richtig war, nicht mehr kann, was da draußen passiert.
00:02:38: Und gerade da ist es wichtig, innezuhalten und zu integrieren.
00:02:44: Großartige Ausstellungsstücke zu schaffen.
00:02:47: Die Folge heißt ja auch Museumstage.
00:02:50: Was es damit auf sich hat und wie du das für dich nutzen kannst, darum geht es in dieser Folge.
00:02:56: Also, los geht's.
00:03:00: Bevor wir in die Folge so richtig reinstarten, noch eine kleine Bitter.
00:03:06: Wenn dir dieser Podcast gefällt, wenn dir diese Folge gefällt, dann lass mich das auch wissen.
00:03:11: Schreib mir, schick mir eine Nachricht auf Susanne at heartinger.de oder folg mir auf meinen Social Media Kanälen, du findest mir auf LinkedIn, auf Instagram, auf Facebook.
00:03:21: Schreib mir auch gerne eine Nachricht.
00:03:23: Oder folg den Podcast.
00:03:26: Bewert den gerne und schick ihn weiter, wenn du jemanden kennst, dem vielleicht gerade diese Themen, genau diese Ideen weiterhelfen könnten.
00:03:35: Damit schaffst du nicht nur Freude da draußen, sondern auch ganz große Freude bei mir und dafür an dieser Stelle schon mal großes Dankeschön.
00:03:41: Letztes Wochenende war ein richtig, richtig besonderes für mich.
00:03:47: Es war dieser Zwischenabschluss, der Diplomabschluss sozusagen in meiner Ausbildung.
00:03:53: Ich bin seit ... seit über zwei Jahren in der Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater.
00:04:00: Und das letzte Wochenende war am Freitag die Diplomprüfung und am Samstag unsere Diplomfeier.
00:04:06: Und es war einfach großartig.
00:04:08: Zuerst die Diplomprüfung, kennst du vielleicht, so Prüfungssituationen sind immer mit Aufregungen, mit ein bisschen Bauchkrippeln, mit einfach Anspannung verbunden und vor allem weil auch viel Arbeit da rein geht.
00:04:22: Und da kannst du noch so gut vorbereitet sein oder ich zumindest kann noch so gut vorbereitet sein und noch so viele schon wissen und können und mir durchgelesen haben, dann bin ich trotzdem immer noch so ein bisschen krippelig.
00:04:34: Und dann vor allem ja auch, weil direkt im Anschluss sozusagen gleich am nächsten Tag unsere feierliche Diplomübergabe stattgefunden hat.
00:04:42: Wir haben, Gott sei Dank, und ich finde es einfach großartig, als gesamter Lehrgang die schriftliche Prüfung positiv absolviert.
00:04:51: Ja, entsprechend.
00:04:53: Und so haben wir uns echt am Samstag Vollgas in diese Feier stürzen können, die wir akribisch geplant haben und die einfach bis in den letzten Moment perfekt war.
00:05:02: Wir sind der zwanzigste Lehrgang in der Ausbildung der Ballonsakademie zum Lebens- und Sozialberater, zur Lebens- und Sozialberaterin und haben daher das Thema gewählt, die goldenen Zwanziger.
00:05:13: Und das war perfekt.
00:05:15: Wir haben im Landhafen gefeiert, der hat vollkommen verändert ausgeschaut.
00:05:19: Das war alles gold, schwarz, glänzend, strahlend mit wunderschönen Ausstellungstafeln, wo unsere Projektarbeiten hergestellt waren.
00:05:29: Wir alle, wir Teilnehmerinnen, aber auch unsere Gäste, so ein bisschen im Stil und Charme der zwanziger Jahre.
00:05:36: Da waren Charleston-Kleider, da hat es Hosenanzüge gegeben.
00:05:39: Da gab es Kopfschmuck und viel, viel Glitzer und Gold.
00:05:43: Also so richtig edel und noble.
00:05:46: Also perfekte Rahmen für so eine feierliche Übergabe.
00:05:49: Ich kriege jetzt nur Gänsehaut, wenn ich daran denke.
00:05:52: Ich habe die große Ehre gehabt, gemeinsam mit meiner Kollegin, mit Martina, durch diese Feier zu führen, das zu moderieren.
00:06:00: Und das war einfach nur großartig.
00:06:02: Es war perfekt bis auf den letzten Moment.
00:06:06: Wir alle haben auf dem Weg dorthin echt unzählige Stunden in die Ausbildung gesteckt.
00:06:11: Also wir haben es dann samtzeit in Vorbereitung auf diese Feier.
00:06:16: Du hast erstens in den zwei Jahren zwanzig Ausbildungswochenenden, vier davon Selbsterfahrungswochenenden, die wirklich raus sollen aus deiner Komfortzone, die die über deine Grenzen gehen lassen.
00:06:26: Dazu Coachings, Gruppensupervisionen, Biergruppetreffen, die Arbeit, also die Diplomarbeit schreiben, da auch ganz viele Coachings dafür machen und natürlich die Vorbereitung auf die Prüfung.
00:06:36: Wir haben ausgerechnet, dass da in Summe irgendwo zwischen achthundert und tausend Stunden reingefliessen sind bei jeder und jedem Einzelnen, der dann am Samstag da draußen gestanden ist und sich seinen Diplom abholen dürfte.
00:06:48: Also schon richtig, richtig großartig.
00:06:50: Alles zusammen.
00:06:52: Und das Genialste für mich war, dass ich nicht allein dort war, sondern dass diesen feierlichen Moment meinen Liebsten begleitet haben.
00:07:03: Oder mich in diesem feierlichen Moment meinen Liebsten begleitet haben.
00:07:07: Es waren meine Eltern da, meinen Enrico, meinen Lebenspartner und meine großartige Tochter, die Elisa.
00:07:14: Der Manuel wäre sicher auch mitkommen, mein Sohn, wenn er nicht gerade in Portugal weilen würde.
00:07:19: Und das war einfach ein Gefühl, das gesehen werden, das anerkannt werden, das getragens werden, das einfach außergewöhnlich war.
00:07:29: Weißt du, ich habe schon wirklich viele Ausbildungen gemacht in meinem Leben.
00:07:34: Ganz unterschiedliche Sachen.
00:07:36: Diplomkurse, Lehrveranstaltungen auf der Uni, Teilbereiche auf der Uni, Seminare und so weiter.
00:07:44: Diesen feierlichen Moment, diese bewusste Zeugnisübergabe, den habe ich bis jetzt noch nicht gehabt.
00:07:50: Der hat mir bis jetzt noch gefehlt.
00:07:52: Sei es weiß, dass bei den Ausbildungen einfach so nicht gegeben hat, nicht vorgesehen war oder einmal, das ist wirklich sehr in Erinnerung geblieben, bei meiner ersten Coachingausbildung, bei der Ausbildung zum Systemischen Coach am WIFI gab es damals diese Diplomübergabe, diese feierliche.
00:08:10: Und zwar machen die das so, dass die halt einfach mehrere Ausbildungen zusammenfassen und auch in regelmäßigen Abständen, machen sehr große Diplomfeier im Europasaal in der Wirtschaftskammer in Graz.
00:08:20: Sehr, sehr feierliche Rahmen und alle auch ganz elegant gekleidet und dann wirst du immer auf die Bühne gerufen und bekommst vor großem Publikum dein Diplom überreicht.
00:08:34: Weil dieser Diplomübergabe war ja lahm.
00:08:39: Das war im Jahr zwei Jahrzehnte.
00:08:41: Ich war gerade nicht besonders gut mit meinen Eltern.
00:08:44: Das war meine erste Coaching-Ausbildung, die erste in diesem Bereich.
00:08:47: Die haben das auch nicht so wirklich verstanden, warum wir das machen, wie was dahinter steht.
00:08:53: Ich habe das Gefühl gehabt, das passt einfach nicht.
00:08:55: Also ich wollte meine Eltern nicht dabei haben.
00:08:57: Meine Kinder waren noch recht klein.
00:09:00: Da habe ich das Gefühl gehabt, die werden sich da unglaublich langweilen.
00:09:02: Also was will ich da meine Kinder mitnehmen?
00:09:05: Und die war damals in einer Beziehung ... Dann haben wir gedacht, na, frag's den.
00:09:11: Da hab ich meinen damaligen Freund gefragt und der hat gesagt, dass die auch natürlich er kommt.
00:09:15: Und das ist dann natürlich nicht gekommen, sondern hat im letzten Moment abgesagt.
00:09:18: Und die war dann halt allein auf dieser Feier.
00:09:21: Und die war es noch genau, wie ich dort gesessen bin.
00:09:24: Und rund um mich war natürlich die anderen Lehrgang-Style.
00:09:27: Niemand, die aus meinem Kurs sozusagen, die wirklich gute Freunde waren, sind.
00:09:31: Aber die waren in ihren eigenen kleinen Blasen, in ihren Bubbles.
00:09:34: Nämlich eingebettert in... in Liebe und gesehen werden und getragen werden von ihren eigenen Freunden, von Familie, von der Begleitung, die sie halt dort mit gehabt haben.
00:09:47: Und ich war schon auch mitten drin dort irgendwie, aber halt trotzdem allein.
00:09:51: Und ehrlich gesagt war das fast ein bisschen dramatisch.
00:09:53: Also das war echt so ein Erlebnis.
00:09:55: Das hat sich bei mir sehr stark eingeprägt.
00:10:01: Und ich glaube, umso mehr habe ich es diesmal zelebrieren wollen, habe das auch ganz ganz bewusst wirklich darauf hin zelebriert.
00:10:12: Meine Eltern schon länger einklaren, wir haben eine Einladung gestaltet, die ich ihnen ergeben habe.
00:10:16: Ich habe meiner Tochter ein paar Mal gesagt, wie wichtig mir das ist.
00:10:19: Ich habe meinen Freund herbeordert, das Schlautmängern habe gesagt, du musst an dem Tag unbedingt da sein, das geht gar nicht anders.
00:10:27: Also ich habe auch allen vermittelt, wie wichtig mir das ist und habe auch diesen Rahmen sozusagen so gestaltet, dass er wirklich auch diese Wichtigkeit, diese feierliche Symbolik vermitteln kann.
00:10:41: Und es hat einfach alles gepasst.
00:10:44: Ja, es war besonders.
00:10:45: Ganz, ganz ein perfekter Moment.
00:10:48: Wir waren dann noch gemeinsam essen, meine Familie und ich.
00:10:53: Und meine Tochter hat mir einen Brief überreicht, einen wundervollen Brief mit ganz liebevollen Worten, wo sie eigentlich anerkennt, was ich für Entwicklung gemacht habe und was das für sie bedeutet und wie sehr sie das schätzt und wie sehr sie mich dafür liebt.
00:11:08: Und das war einfach unglaublich, das zu lesen.
00:11:10: Ich habe da echt sehr mit meinen Trainern gekämpft und sie hat mal Konzertkarten gekauft, um zu einem Konzert, wo sie gemeinsam mit mir hingehen will.
00:11:17: Also so eine Wertschätzung, unglaubliche.
00:11:21: Und das war einfach so ein Moment, das war nicht nur Abschluss, das war alles in sich rund.
00:11:27: Das war so ein Gefühl von getragen werden, von gesehen werden, was ganz, ganz Besonderes.
00:11:33: Und warum ihr das mit dir teilt, ist nicht, weil ... weil ich mich da jetzt besonders rausstellen will oder weil ich will, dass du weißt, wie großartig mein Leben ist.
00:11:44: Obwohl ich echt finde, dass es dieser Moment einer Würdigung wert ist, ja, der gehört euch so richtig, gefeiert und immer wieder bezahlt.
00:11:50: Nein, jeder zahlt das, weil dieser Kontrast zwischen diesen zwei Erlebnissen mir was noch einmal verdeutlicht hat, was mir eigentlich schon klar ist.
00:12:01: Die Erkenntnis nämlich, dass wir viel zu schnell immer weitergehen.
00:12:04: Und die Erkenntnis, wie wichtig es ist, sich die Zeit zu nehmen, wenn du am Ende eines Weges angekommen bist, wenn du ein Ziel erreicht hast und auch wenn es nur ein kleiner Meilenstein ist, dass du mal stehenbleibst und würdigst, was du jetzt gerade ist.
00:12:21: Stehenbleibst und die Aussicht genießt.
00:12:23: Das genießt, was jetzt gerade da ist und das mit allen Sinnen und so richtig in dir drinnen, sodass es dir erfüllt, sodass du das festhalten kannst, verankern kannst.
00:12:34: Gerade jetzt.
00:12:36: wo alles so schnell ist, wo so leistungsorientiert ist, wo du so durchgedachtet bist.
00:12:40: Wo der erste Gedanke eigentlich, wenn man Ziel erreichen ist, was ist jetzt der nächste Schritt, was kommt mir jetzt als nächstes, wo muss ich jetzt hin?
00:12:49: Wir brauchen genau das Gegenteil.
00:12:52: Nicht sofort die Ausrichtung auf die Zukunft, nicht sofort die Ausrichtung auf den nächsten Zielpunkt, sondern einmal dieses Innerhalten, das würdigen, ankommen.
00:13:05: Und das war das, was ich an dem Wochenende so richtig gehabt habe, dieses Gefühl, einen echten Moment abgespeichert zu haben, ein Museumsmoment einen, der bleibt.
00:13:17: Und ich möchte trotzdem sagen, dass das Thema gerade in der Nachfolge extrem wichtig ist.
00:13:22: Du wirst dich vielleicht sowieso schon angesprochen fühlen.
00:13:24: Also vielleicht sitzt du jetzt da und denkst, ja, kann ich vollkommen nachvollziehen.
00:13:28: Ich glaube, ich tu das auch zu wenig, ich integriere auch zu wenig, ich geh auch immer viel zu schnell weiter.
00:13:34: Aber gerade in der Nachfolge ist es so, dass es gar keine klar abgegrenzten Weg gibt, keine so eindrucksvollen Meilensteine.
00:13:42: Ganz sollten so ein klares, hey, jetzt bin ich da angekommen.
00:13:47: Die Verantwortung wegschleichen, die Rollen verschieben sich irgendwie, ohne dass du es so richtig wahrnehmen kannst.
00:13:55: Du triffst Entscheidungen, die oft dein ganzes Leben verändern, aber halt in dem Moment nicht so sichtbar sind.
00:14:01: Und oft geht es dann einfach weiter.
00:14:04: Ohne eine Pause und ohne eine Erwürdigung.
00:14:07: Ein knungenes Gespräch.
00:14:08: Ja eh.
00:14:09: Ein Schritt in Richtung Übergabe.
00:14:11: Ja sicher, war halt jetzt ein Schritt.
00:14:13: Nächster Schritt.
00:14:14: Du hast ein Konflikt gelöst oder irgendwas einmal für dich aufgelöst, ein Thema.
00:14:19: Ja super, dann kann ich jetzt weitergehen.
00:14:21: Ganz selten nehmen wir uns die Zeit, das wirklich dann auch wahrzunehmen.
00:14:28: Und dann fragt man sich oft, warum fühlt sich das alles nicht so richtig erfüllend an?
00:14:35: Obwohl ich es so viel geschafft habe.
00:14:37: Warum fühle ich mich so leer?
00:14:39: Und ich glaube, die Antwort liegt genau da, weil wir die Erfolge nicht integrieren.
00:14:46: Ich möchte an der Stelle ein Konzept einbringen, also eine Theorie, die mich schon länger begleitet, eine Idee, die mich schon länger begleitet und die an dem Wochenende so, so, so schön lebendig geworden ist, nämlich das Konzept der Museumstage.
00:15:05: Du kennst vielleicht das Buch.
00:15:06: Ich hoffe, du kennst das Buch.
00:15:07: Wenn nicht, dann bitte, bitte, bitte schnappe es dir und lese es erst.
00:15:12: John Streleky, bekannt von das Café am Ende der Welt, hat ein Buch geschrieben, das heißt The Big Five of Life oder The Big Five of Life.
00:15:23: Und darin erklärt er das Konzept dieser Museumstage.
00:15:28: Die Idee dahinter ist, stell dir vor, Der ganze Leben wird aufgezeichnet und dokumentiert.
00:15:34: Jeder Moment.
00:15:36: Also alles ganz genau dokumentiert.
00:15:40: Und am Ende deines Lebens entsteht ein riesiges Museum, in dem dein Leben ausgestellt wird.
00:15:47: Wo alles zu sehen ist.
00:15:48: Also wo alle diese Momente sozusagen zu sehen sind.
00:15:52: Wenn du jetzt den Großteil deines Lebens mit Arbeit, mit Stress, mit Hektik verbracht hast, dann wird auch ein Großteil der Ausstiegstellung, ein Großteil deines Museums sich damit beschäftigen.
00:16:05: Wenn du es vielleicht liebst, auf Berge zu gehen oder einen Sonnenuntergang oder einen Sonnenaufgang zu bewundern, aber dir ganz sollten dafür Zeit nimmst, dann wird es auch nur ganz wenige Ausstellungsstücke geben, die einen Sonnenuntergang, einen Sonnenaufgang oder einen Bergerfolg zeigen.
00:16:25: Die Idee ist also, dass wir das Leben wie ein Museum betrachtet.
00:16:31: Und ich stelle mir da gern vor, dass es so ist, dass jedes meiner Lebensjahre einen eigenen Raum hat.
00:16:38: Und wenn ich da zurückschau und sozusagen mich jetzt ganz bewusst dieser Visualisierung widme und einmal einen Besuch abstatt in dem Museum, soweit ich es bis jetzt halt schon mal eingerichtet habe, dann war sie ganz genau, da gibt es Räume, die sind hell.
00:16:58: und strahlend und voller Pastellfarben und Kitzer und fühlen sich leicht an und beschwingt.
00:17:07: Und dann gibt es jahre Räume, die sind ziemlich dunkel.
00:17:15: So dunkel, dass man teilweise sogar die Ausstellungsstücke, die da drinnen sind, gar nicht so richtig wahrnehmen kann, weil es einfach zu dunkel ist.
00:17:24: Und beides ist okay.
00:17:26: Das ist das, was bis jetzt in meinem Museum angehäuft wurde.
00:17:32: Das darf ich wahrnehmen und singen.
00:17:34: Und jetzt darf ich mir entscheiden, jeden Tag wieder dieser Museumstag.
00:17:39: Und wie soll denn der werden?
00:17:41: Was möchte ich denn?
00:17:43: Am Ende meine Durchmeilenmuseum durch das Museum meines Lebens gehe.
00:17:47: Was möchte da bewundern?
00:17:49: Was möchte da sehen?
00:17:53: John Strelleke, der spricht von Museumstagen.
00:17:57: Ich nehme es gerne als Museumsmomente, weil ich stelle mir halt gern vor, dass in meinem Museum unter all diesen Dokumentationen und jedem einzelnen Moment oder jeden einzelnen Tag, dass da Exponate gibt, ganz besondere Ausstellungsstücke, die so einen extra Platz haben.
00:18:17: Also wo man sozusagen, wenn man durchgeht, so mal davor stemmt und sagt, ah, was ist jetzt das?
00:18:24: Kannst du das vorstellen?
00:18:25: Also wenn du so in ein Museum gehst und da hängen lauter Bilder an der Wand, und dazwischen steht halt, Also ein Ding oder mehrere solche Dinge, wo du einfach gar nicht vorbeigehen kannst, weil das sind so Ausstellungsstücke, die fesseln die einfach, die fangen dich.
00:18:41: Und das sind die Momente in meinem Leben, die ganz bewusst erlebt und integriert hab.
00:18:47: Wo immer Zeit dafür genommen hab, die zu gestalten sozusagen.
00:18:51: Ein Exponat daraus zu machen.
00:18:54: Die Momente, denen ich eine besondere Bedeutung gegeben hab.
00:18:58: Und die so einen Ehrenplatz kriegen in meinem Museum.
00:19:02: Und da weiß man eins ganz wichtig.
00:19:04: So ein Moment, das muss nicht immer so sein wie jetzt bei mir am letzten Wochenende.
00:19:08: Also so ein richtig großer Meilenstein.
00:19:11: Ein richtig großer Feier.
00:19:13: So ein Moment, der kann auch sein, ein Abschluss von irgendwas.
00:19:18: Ein klares Nein, dass dir gelungen ist.
00:19:22: Oder ein klares Ja zu was.
00:19:25: Ein mutiges Gespräch, was was die wirklich Überwindung kostet.
00:19:30: Ein Sonnenaufgang, ein Sonnenuntergang.
00:19:32: Vielleicht aber auch ein Moment, wo du die besonders verbunden fühlst.
00:19:39: Oder vielleicht auch einfach ein Moment, wo du dieses sichere Gefühl hast, hä, genau.
00:19:48: Jetzt passt's einmal.
00:19:50: Jetzt passt gerade alles.
00:19:52: Das ist mir wichtig.
00:19:54: Es geht nicht um Leistung bei diesen Museums-Aufstellungsstücken.
00:19:58: Es geht nicht darum, dass da besonders viel drauf ist.
00:20:02: Es geht darum, welche Bedeutung.
00:20:05: du diesen Moment gibst und damit dem Ausstellungsstück.
00:20:12: Wenn du magst, kannst du von mir so ein Tool übernehmen, das ich verwendet habe oder das ich ganz lange genutzt habe, um mich darauf zu trainieren, diese Museumsmomente auch wirklich wahrnehmen zu können und dann auch zu richtigen Ausstellungsstücken zu machen.
00:20:30: Und zwar stelle ich mir einfach drei Fragen oder ich gehe sozusagen drei Schritte durch.
00:20:35: Das erste ist einmal anschauen.
00:20:38: Ich schaue mal wirklich mal an, was war der Moment.
00:20:41: Ganz konkret.
00:20:42: Wie schaut die Szene aus?
00:20:44: Was ist da um mich herum?
00:20:45: Wer ist vielleicht dabei?
00:20:47: Wie fühlt sich es an?
00:20:49: Was weiß ich?
00:20:50: Wie ist das Wetter?
00:20:51: Was höre ich gerade?
00:20:53: Was sehe ich?
00:20:54: Was spüre ich?
00:20:55: Also einfach wahrnehmen, was ist.
00:20:59: Anschauen.
00:21:01: Der zweite Schritt ist Nachspüren.
00:21:06: Rein spüren.
00:21:07: In diesem Moment.
00:21:08: Was passiert da jetzt gerade mit mir?
00:21:10: Was macht das mit mir?
00:21:12: Was gespüre ich?
00:21:13: Was für Emotionen sind da in mir?
00:21:17: Was nehme ich wahr?
00:21:18: In mir.
00:21:20: Also vom Außen anschauen, ins Innere hin spüren.
00:21:26: Und erst dann im dritten Schritt überlege mir, welche Bedeutung würde diesen Moment geben.
00:21:36: Welche Bedeutung hat der für mich?
00:21:40: Nicht welche Bedeutung hat das, sondern was möchte ich dem geben?
00:21:47: Welche Bedeutung möchte ich dem geben?
00:21:50: Das heißt, die Gewäg von der Bewertung.
00:21:52: Also das ist nicht so ein Ja, aber das ist nur was Kleines oder das war jetzt ja gar nicht so wichtig oder ja, es hätte ja aber noch besser können im Sinne von Bewertung, sondern einfach, was für Bedeutung möchte ich dem geben?
00:22:08: Also das sind die drei Schritte.
00:22:10: Anschauen, Nachspülen, einordnen.
00:22:14: Und manchmal gebe ich diesen Moment, diesem Ausstellungsstück, sogar an Titler.
00:22:20: Das kennst du auch.
00:22:20: Wenn du in ein Museum gehst, haben die meistens so Namen die Exponate.
00:22:26: Und auch das.
00:22:26: Das kannst du auch noch machen, gerade bei besonderen Momenten, dass du dem auch nochmal einen Namen gibst.
00:22:32: Was tut das?
00:22:33: Das hilft dir einfach wirklich bei der Integration.
00:22:35: Dass du das so richtig in dir fahren kannst.
00:22:39: Und je öfter du das machst, ganz bewusst machst.
00:22:41: Und das kannst du jetzt einfach mal anfangen, indem du sagst, okay, jeden Trock am Abend ... Überlege mir, was waren heute so ein Moment, den ich gerne in meinem Museum sehen würde?
00:22:52: Und wie dat der dort ausschauen?
00:22:54: Was habe ich da gespürt?
00:22:55: Was habe ich da gesehen?
00:22:56: Was habe ich gespürt?
00:22:57: Und welche Bedeutung geht mit dem?
00:22:59: Und wie daten der vielleicht hassen?
00:23:02: Je öfter du das machst, desto leichter wird es sein, Momente, auch wenn sie gerade nur so vorbeihuschen wollen, festzuhalten und zu sagen, warte kurz, lass mir mal schnell hinschauen, einspieren und schauen, welche Bedeutung das jetzt für mich hat.
00:23:17: Das wird cool.
00:23:18: Dann geht gleich einmal ordentlich was weiter.
00:23:22: In meinem Fall vom letzten Wochenende, da wäre dieses Ausstellungsstück, dass wir das jetzt noch geredet haben, zu einer richtig große eindrucksvolle Skulptur, die irgendwie mit meinem Projektarbeitsdaufer in meinem Charleston Kleid und mit dieser Wasserwelle mit dem Haareifen mittendrin, mit meinen Trainern vielleicht, bei der Diplomübergabe, ein Bild von meiner Familie beim feierlichen Essen.
00:23:47: Ein Bild vielleicht von meinem Vater, wie er da sitzt im Publikum und mich filmt.
00:23:53: Mit stolzen, glänzenden Augen, das war ein ganz besonderer Moment.
00:23:57: Der Brief von meiner Tochter, diese unglaublich liebevollen Worte.
00:24:03: Und die Umarmung von meinem Freund, wo er mir leise, ich bin so sturz auf die ihn ins Ohr geflüstert hat.
00:24:12: So eine richtig eindrucksvolle, komplexe Skulptur ist das, die da jetzt in meinem Museum des Lebens steht.
00:24:20: Und damit sein Namen hat, ich glaube, ich würde sie goldenen Stunden nennen.
00:24:25: Vielleicht ändere ich das auch noch einmal.
00:24:28: Das ist jetzt sozusagen Arbeitstitel.
00:24:30: Vielleicht folgt man noch was anderes ein, wenn ich mit ein bisschen Abstand auf dieses Ausstellungsstück schaue.
00:24:36: Weil eins war sie ganz fix.
00:24:37: Ich werde da noch öfter hinschauen.
00:24:39: Ich werde mir das noch öfter in Erinnerung rufen.
00:24:42: Und zwar nicht, weil ich in der Vergangenheit lebe oder irgendwie in meinen Errungenschaften, Schwellgei oder sowas, sondern weil ich mir mit diesem Ausstellungsstück einen echten Anker geschafft habe, geschaffen habe.
00:24:57: Sondern weil ich mir mit diesem Ausstellungsstück einen echten Anker geschaffen habe.
00:25:02: Ich kann auf diesen Moment hinschauen, auf diesen Moment, der so voller Zufriedenheit ist, voller Stolz, mit diesem Gefühl getragen zu sein, anerkannt, geschätzt, geliebt.
00:25:14: Das ist alles, das ganze Gefühl.
00:25:20: das ganze Gefühl, was auch immer das ist.
00:25:26: Das ganze Gefühlskonklamrat, das ganze riesen Ding an Gefühl, das kann ich alles abrufen, indem ich einfach auf dieses Ausstellungsstück schaue.
00:25:35: Ich kann mir das alles wieder herholen.
00:25:38: Ich kann dieses Gefühl in mir groß werden lassen, das mich wieder ganz ausführen lassen, weil ich mir mit dem Integrieren, mit dem ganz bewusst wahrnehmen dieses Moments.
00:25:48: an eine Ankerke geschaffen habe, die ich immer und immer wieder reinholen kann.
00:25:54: Ich höre so oft von Menschen, die von Außen gesehen wirklich viel schaffen, die Füllt erreicht haben.
00:26:03: Dass sie es nicht fühlen.
00:26:05: Dass sie sie gar nicht so groß anfühlt für sie.
00:26:08: Dass sie sie nicht erfüllt.
00:26:10: Im Gegenteil, dass sie sie sogar irgendwie leer füllen.
00:26:14: Und mir ist das ehrlich gesagt selber auch so oft so gegangen.
00:26:18: Wenn Leute zu mir gesagt kommen, boah, das ist ein Wahnsinn, musst du es schaffst oder was du schon alles gemacht hast.
00:26:22: Da war doch dieses Gefühl, echt, wirklich, ich weiß nicht, das war doch nichts, nichts Besonderes.
00:26:34: Und da war sogar echt dieses Gefühl der Lehre oder das irgendwie sogar ein bisschen so, also wie so ein Betrüger, so ein Enttäuschungsmensch, der irgendwas vorspielt, sagt auch klar, wo die anderen das Gefühl haben, hey, da ist viel und du selber spielst das gar nicht.
00:26:57: Und ich glaube, das liegt ganz oft daran, dass wir zu schnell weitergehen.
00:27:01: Dass wir den Blick zu sehr in die Zukunft richten und dabei vergessen, das, was wir gerade geschafft haben, das, was gerade jetzt ist, zu würdigen.
00:27:11: Unsere richtige Museumsmomente daraus zu machen.
00:27:14: Ausstellungsstücke fürs Museum deines Lebens.
00:27:20: Ich lade dir ein, dir Heid oder in den nächsten Tagen so ein Museumsmoment zu suchen.
00:27:26: Vielleicht aus dem letzten Monat, vielleicht vom gleichen Tag und gebe ihm einen Platz.
00:27:31: Anschauen, Nachspüren, einordnen.
00:27:34: Nicht damit du stehen bleibst oder damit du in der Vergangenheit lebst, sondern damit du wirklich weitergehen kannst.
00:27:41: Weil vielleicht entsteht Erfolg nicht mit dem nächsten Ziel oder mit dem Erreichen vom nächsten Ziel.
00:27:48: Vielleicht entsteht Erfolg in dem Moment, wo du stehenbleibst und sagst, hey, das war jetzt gut.
00:27:57: Das war jetzt wichtig.
00:28:00: Ich sage, vielen Dank fürs Zuhören.
00:28:03: Ich wünsche dir eine Unmenge von tollen Ausstellungsstücken in deinem Museum.
00:28:08: Und ich freue mich aufs nächste Mal.
00:28:10: Mein Name ist Susanne Hattinger.
00:28:11: Ich bin die Nachfolgerin und das hier ist mein Podcast.
00:28:33: Dankeschön.
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